Ein Spiel entwickeln

Diese Seite gibt Schüler*innen einen Leitfaden für die Entwicklung eines Spiels beginnend mit der Planungsphase bis zur Veröffentlichung. Schüler*innen erfinden zu zweit ein Spiel und entwickeln dafür einen Prototypen. Dieser wird getestet, überarbeitet und das Spiel mit Sounds, Grafiken und Scripts ausgebaut. Mit einer kleinen Werbekampagne wird das Spiel dann veröffentlicht.

Arbeitsmittel

Info für Lehrer*innen

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Planung

Das Ziel, wenn man ein Spiel selbst erfindet und erstellt, ist klar: Es soll genial werden! Damit das leichter gelingen kann, sollte man ein paar Erfahrungswerte aus der professionellen Spielproduktion beachten.

Zuerst braucht man einen Plan. In diesem Plan sollen folgende Punkte enthalten sein:

  1. ein Projektname
  2. eine Zeichnung vom ersten Level
  3. eine kurze Player-Story
  4. ein Zeitplan
  1. Der Projektname muss nicht der Name des fertigen Spiels sein; den überlegt sich oft erst die Marketingabteilung ganz am Schluss.
  2. Die Zeichnung oder Skizze soll zeigen, was die Spielschwierigkeit im ersten Level ist. Man kann Pfeile verwenden und in die Skizze Erklärungen hineinschreiben.

    Man sieht eine Schwarz-Weiß-Skizze von „The Tear“. Im Zentrum  des Raums steht der Character mit einer Fee auf der Hand. Dazu gibt es einige handgeschriebene Notizen.
    Die Zeichnung vom ersten Level im Spiel „The Tear“
  3. Zusammen mit der Zeichnung vermittelt die Player-Story, wie ein Spiel sein wird, das es noch nicht gibt. Der Text beschreibt das erfundene Spiel so, als würde man einer Spielerin oder einem Spieler beim Spielen zusehen. Diese Geschichte kann spannend geschrieben sein und muss nicht alles aufzählen, was es im Spiel gibt. Sie beschreibt nur einige mögliche Gefahren und Herausforderungen, auf die eine Spielerin oder ein Spieler im ersten Level stößt.

    Im SchuBuch „The Tear” kann man die Player-Story eines VR-Spiels, das in Österreich entwickelt wurde, nachlesen.

  4. Zuletzt braucht man noch einen Zeitplan, indem festgehalten wird, was alles gemacht werden soll und wann die einzelnen Spielelemente fertig sein sollen. Die Schwierigkeit liegt darin, dass so ein Plan der Zukunft oft viel beschreibt, was es noch gar nicht gibt und was noch niemand wissen kann. Bei großen Spielproduktionen müssen auch Voraussagen getroffen werden, wie oft genau das Spiel später verkauft werden wird und wie viel die Herstellung genau kosten wird.

Warum es manchmal sinnvoll sein kann, einen Plan zu erfinden, bei dem es sich großteils um ganz unsichere Voraussagen über die Zukunft handelt, kann man im folgenden SchuBuch nachlesen:

Der Plan am Anfang einer Spielentwicklung soll zwei Aufgaben erfüllen:

  • Alle Teammitglieder sollen eine ähnliche Vorstellung davon haben, was sie gemeinsam vorhaben und wie lange es dauern wird.
  • Auch alle anderen Beteiligten, die man für ein erfolgreiches Projekt braucht, sollten eine gute Vorstellung von dem geplanten Spiel haben. In größeren Spielproduktionen sind das vor allem Geldgeber*innen, die man überzeugen muss. In der Schule ist es die Lehrerin oder der Lehrer, aber auch Freundinnen und Freunde, die man überzeugen will, beim eigenen Projekt mitzumachen.

Findet euch in Zweiergruppen zusammen! Jede Zweiergruppe plant gemeinsam ein Spiel mit der GamBu-Game-Engine. Erstellt dafür einen Projektplan! Dieses Spiel soll euer Meisterstück werden. Ihr könnt eigene Grafiken und Sounds verwenden, Computergegner*innen programmieren und knifflige Schalterrätsel einbauen.

Um auf ganz neue Ideen zu kommen, könnt ihr den Spiel-Generator verwenden:

Spielfigur
Milieu
Mechanik
Modus
Spaßelement
Maerchengenerator Maerchengenerator Maerchengenerator
Spielgenerator

Prototyp

Ein Prototyp ist ein funktionsfähiges, vereinfachtes Versuchsmodell für das geplante Spiel. Seine Aufgabe ist es, die zentrale Spielschwierigkeit zu testen. Deshalb ist ein Prototyp in manchen Bereichen sehr unfertig und in anderen fast fertig.

Ein Spiel-Prototyp soll folgende Elemente NICHT enthalten:

  • Story-Elemente
  • fertige Grafiken
  • fertige Sounds
  • Zusatzmechaniken und erweiterte Spielmöglichkeiten
  • viele Anzeigen, Tutorials und Hilfetexte

Die Spielmechaniken – also die zentralen Herausforderungen, die im Spiel zu lösen sind – sollen aber bereits fertig sein.

Wenn das fertige Spiel auf einem Smartphone gespielt werden soll, dann soll auch der Prototyp auf einem Smartphone funktionieren. Wenn das fertige Spiel mit Touch-Steuerung gespielt werden soll, dann soll auch der Prototyp so gesteuert werden.

Man sieht im Vordergrund einen Computerbildschirm mit dem Protototypen des Spiels „The Tear“, bei dem gerade zwei Feen-Kristalle zusammengefügt werden. Im Hintergrund sieht man den Gamedesigner Lev Lumesberger mit VR-Brille und Controllern, wie er das Spiel testet.
Der Gamedesigner Lev Lumesberger fügt im Prototyp von „The Tear“ zwei Feen-Kristalle zusammen.

Erstellt mit der Game-Engine einen ersten Prototypen eures geplanten Spiels! Versucht, damit möglichst schnell fertig zu sein! 15 Minuten sind eine gute Zeit. Vergesst nicht den Prototypen zu speichern!

Falls ihr computergesteuerte Gegner*innen programmieren wollt, dann platziert sie vorerst ohne Script an ihre Stelle und baut nur ein erstes einzeiliges Script, das die erste Bewegung des Bots zeigt!

Popup: Prototyp

Prototyp

Erstelle mit der Game-Engine innerhalb von 15 Minuten einen ersten Prototypen eures geplanten Spiels!

Tauscht die Prototypen in der Klasse aus und testet sie gegenseitig! Verwendet dazu den Feedbackbogen in den Arbeitsblättern!

Tauscht eure Feedbackbögen nach der Testrunde zurück und überlegt, wie ihr den Prototypen verbessern könntet!
Falls ihr mit eurem Spiel nicht zufrieden seid, dann dürft ihr einmal auch ganz neu beginnen.

In der Prototypphase ist es besonders wichtig, dass man erst dann zum nächsten Entwicklungsschritt wechselt, wenn der Prototyp wirklich gut funktioniert, also besonders lustig ist. Wenn ein Spiel in dieser Phase nicht funktioniert, wird es auch später nicht lustiger werden. Es ist leider eine falsche Hoffnung, dass ein Spiel lustiger wird, wenn nur ausreichend super Grafiken, Texte, Sounds, Features und künstliche Intelligenzen eingebaut werden. Wenn die grundlegende Spielschwierigkeit nicht spannend ist, dann wird das Spiel nicht spannend sein. Egal, wie schön es dann aussieht.

Entwicklung

Nachdem der Prototyp richtig gut funktioniert, geht das Spiel in Produktion. Der Reihe nach werden alle Grafiken und Sounds erstellt. Auf der Seite Ein Spiel gestalten habt ihr bereits einiges über das Erstellen von Assets gelernt.

Man sieht Babsi Lippe, die die Feen für „The Tear“ gezeichnet hat, wie sie mit Kopfhörern vor einem Studiomikrofon steht, um den Feen im Spiel ihre Stimme zu verleihen.
Babsi Lippe hat die Feen gezeichnet und verleiht ihnen hier ihre Stimme.

Außerdem werden alle notwendigen Scripts programmiert und den Bots hinzugefügt. Da die Scripts oft unerwartete Probleme verursachen, ist es gut, mit ihnen möglichst schnell zu beginnen.

 Man sieht einen Computersbildschirm mit dem Prototypen von „The Tear“. Darauf sind drei Feen und ein gelb leuchtender Kristall vor einem dunklen Hintergrund zu sehen.
Entwicklung von THE TEAR in der Game Engine Unity.
Der 3D-Animator Tom Stockinger testet mit VR-Brille und Controllern in einem Büro seine 3D-Modelle der Feen, die man im Vordergrund auf einem Computerbildschirm sehen kann.
3D-Animator Tom Stockinger testet die Animation seiner Feen-3D-Modelle im virtuellen Raum.

Spiel im Spiel

Wenn man es schafft, ein funktionierendes Script oder Programm zu schreiben, kann man stolz auf sich sein. Oft ist das nämlich eine schwierige Herausforderung. Für Programmierer*innen fühlt sich das wie ein Spiel an und wenn die Aufgaben interessant sind, dann programmieren sie Tage und Nächte lang, bis sie ein Problem gelöst haben. Das ist für sie lustig, aber zugleich auch problematisch: Die Programmiererinnen und Programmieren tauchen dann nämlich oft in ihr eigenes Programmierspiel ab und das Team weiß nicht mehr, was los ist. Das kann dazu führen, dass Abgabetermine nicht eingehalten werden oder andere notwendige Arbeiten unerledigt bleiben.

Regeln für Spielproduktionen

  • Redet während der Entwicklung oft miteinander!
  • Testet häufig gegenseitig Zwischenstände!

Entwickelt nun euer Spiel weiter:

TIPP: Ihr könnt in eurem Spiel auch einen Bot platzieren, der in seiner Sprechblase eine kurze Anweisung oder einen Tipp gibt. Überlegt, ob es für euer Spiel zusätzliche Spielanweisungen braucht!

Popup: Spielentwicklung

Spielentwicklung

  • Baut Sounds und Grafiken ein, die die Story eures Spiels unterstützen!
  • Programmiert eure Bots!

Veröffentlichung

Wenn die ganze Arbeit geschafft ist, man mit dem Spiel zufrieden ist und auch die eigenen Freunde finden, dass das Spiel lustig ist, dann kann es veröffentlicht werden. Das heißt, es soll auch fremden Spielerinnen und Spielern ermöglicht werden, das Spiel zu finden und zu spielen.

Bei größeren Computerspielproduktionen wird zuerst eine Verkaufsversion des Spiels erstellt. Dann werden Werbematerialien und Geschichten rund um das Spiel erfunden und geschrieben. Die Verkaufsversion wird mit Informationen auf die Verkaufsplattform hochgeladen, wo das Spiel verkauft werden soll. Beispiele dafür sind: Google Play-Store, Apple App-Store für Handyspiele oder Steam für Windows oder Mac-Spiele.

Man sieht ein Bild des fertigen Spiels „The Tear“ mit zwei Feen. Im Vordergrund ist ein Mann mit VR-Brille und Controllern, der das Spiel spielt.
The Tear VR

In jedem Fall sind für eine Veröffentlichung zumindest drei Schritte notwendig:

  1. eine öffentlich zugängliche Version
  2. Information zum Spiel:
    Was ist die Besonderheit? Warum sollte es gespielt werden?
    Wie kann man es spielen, wo ist es zu finden?
  3. Versenden dieser Information an möglichst viele Menschen, die am Spiel interessiert sein könnten.

Erstellt einen öffentlich zugänglichen Link zu eurem Spiel!

  1. Geht dafür in die GamBu-Game Engine und ladet euer Spiel! Klickt auf Datei und dann auf Veröffentlichen!
  2. Sobald ihr einen Link zu eurem Spiel habt, funktioniert dieser für alle Klassenkolleginnen und Klassenkollegen. Probiert es aus, so wird das Spiel auch gleich nochmals getestet! Bittet eure Lehrerin oder euren Lehrer, euer Spiel in seiner SchuBu-Zentrale öffentlich freizugeben!
Info für Lehrer*innen
Popup: Veröffentlichen

Veröffentlichen

Sobald euer Spiel fertig ist, klickt auf Datei und dann auf Veröffentlichen!

Erstellt eine Werbekampagne und sendet euer neues Spiel an Menschen, die sich darüber freuen!

  1. Macht einen aussagekräftigen Screenshot von eurem Spiel!
  2. Schreibt einen ganz kurzen Text für ein Social-Media-Posting! Folgende Punkte sollen angesprochen werden:

    1. Überschrift für das Posting
    2. Warum schickt ihr den Link?
    3. Wohin führt der Link?
    4. Was ist besonders lustig im Spiel?
  3. Fügt den Text, den Screenshot und den Link in ein Posting eines Messengers eurer Wahl! Als Empfänger*innen kommen alle in Frage, die sich über euer Posting freuen werden.
  4. Klickt auf Abschicken! Gratulation!
Lizenz eures Spiels

Wenn ihr ein GamBu-Spiel veröffentlicht, steht es automatisch unter der Creative-Commons Lizenz: CC BY-SA

Publisher

So nennt man Firmen, die ihr Geld damit verdienen, dass sie Lizenzen von Spielen erwerben, um am Verkauf der Spiele mitzuverdienen. Publisher haben bessere Möglichkeiten, den Kundinnen und Kunden Spiele anzubieten. Sie haben zum Beispiel eigene Plattformen, auf denen man Spiele kaufen und testen kann. Sie haben oft einen großen Kundenkreis, dem sie Informationen über Social-Media oder Werbe-E-Mails schicken können. Zu den größten Publishern gehören Tencent, Sony und Apple.

Für einen Vertrag mit einem großen Games-Publisher ist es meistens notwendig, dass man davor zumindest ein eigenes Spiel erfolgreich veröffentlicht hat. Das ist sehr schwierig. Deshalb gibt es Plattformen, auf denen man ein Spiel veröffentlichen kann, sobald sie den Mindestvoraussetzungen entsprechen. Itch.io ist zum Beispiel eine solche Plattform, auf der man gratis Spiele veröffentlichen kann.

Hacks und Tricks

Auf Itch.io. kann man gratis Spiele veröffentlichen, die man mit einer professionellen Game-Engine, mit GamBu oder auch mit Scratch erstellt hat.

Hier findet sich eine Anleitung für Scratch-Games.

Variante 2 ist am einfachsten. GamBu-Spiele funktionieren gleich, nur muss man in dem HTML-Code bei src den öffentlichen GamBu-Link eintragen.


12. Ein Spiel entwickeln
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Über SchuBu
1.1.5.a
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Tipp 2
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erledigt
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Du hast alle Aufgaben abgeschlossen.
Dein Ergebnis:
Genug für heute
leider falsch
Oje!
Das ist leider nicht ganz richtig.
Noch einmal versuchen
richtig
Bravo!
Deine Lösung ist richtig.
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