Vergangenheitsformen
Die Stammformen sind die drei wichtigsten Verbformen: Infinitiv, Präteritum und Partizip II. Bei schwachen Verben ändert sich nur die Endung (kaufen, kaufte, gekauft), bei starken ändert sich auch der Stammvokal (gehen, ging, gegangen). Die Vergangenheitsformen Perfekt, Präteritum und Plusquamperfekt drücken aus, was schon passiert ist.
Info für Lehrende
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Stammformen
Es gibt starke (unregelmäßige) und schwache (regelmäßige) Verben. (Außerdem gibt es noch unregelmäßige Mischformen.) Man erkennt sie, wenn man die drei Stammformen bildet:
Schwach oder stark?
GRAMMATIK: Sieh dir die Beispiele oben genau an und ordne die Merkmale richtig zu!
Das Partizip Perfekt
ACHTUNG bei der Bildung des Partizip Perfekts:
Bei Verben mit untrennbarer Vorsilbe (
Bei trennbaren Verben kommt zwischen Vorsilbe und Verb ein -ge-:
Verben auf -ieren (z. B. fotografieren, telefonieren) haben ebenfalls kein ge- im Partizip Perfekt: fotografiert, telefoniert
GRAMMATIK: Lies dir die Regeln nochmals genau durch und bilde das Partizip Perfekt von folgenden schwachen (regelmäßigen) Verben:
Die Stammformen braucht man, um die Zeiten zu bilden.
SPIEL: Wer beherrscht die Stammformen am besten?
Hier könnt ihr es herausfinden. Gebt die fehlende Stammform in das Feld ein!
Info für Lehrende
Stammformen-Meisterschaft
Wähle den Schwierigkeitsgrad aus!
Schwierigkeitsstufe 1 (Ping Pong): nur regelmäßige Verben
Schwierigkeitsstufe 2 (Teddy): regelmäßige und unregelmäßige Verben
Schwierigkeitsstufe 3 (Profi): regelmäßige und unregelmäßige Verben mit je zwei auszufüllenden Feldern
Vergangenheitsform Perfekt
Wenn man über die Vergangenheit mündlich spricht oder sie noch in die Gegenwart wirkt, verwendet man das Perfekt:
GRAMMATIK: Markiere die
- Er kocht Spaghetti, weil er aufs Einkaufen [vergessen] [hat].
- Du [bist] immer rechtzeitig [gekommen], da du Pünktlichkeit wichtig findest.
- Ich kaufe weißes Druckpapier, da ich meine Vorräte zuhause [aufgebraucht] [habe].
- Sie [hat] auf den Besuch ihrer Cousine [vergessen], weil sie so gestresst ist.
- Wir gehen Eis essen, denn wir [haben] alles [erledigt].
GRAMMATIK: Setze die Verben im Perfekt in alle Personen!
Haben oder sein?
Die meisten Verben bilden das Perfekt mit haben.
Manche Verben bilden das Perfekt mit sein:
- Verben der Bewegung mit Ortswechsel (gehen, laufen, fahren, kommen, …)
- Verben der Zustandsänderung (einschlafen, wachsen, sterben, …)
- sein (gewesen), werden (geworden) und bleiben (geblieben), geschehen, passieren (passiert)
GRAMMATIK: Ordne zu!
AUSNAHMEN:
- ACHTUNG: In Süddeutschland und Österreich kann man die Vergangenheitsform von sitzen, liegen und stehen auch mit sein bilden.
- Die Vergangenheitsform von reflexiven Verben (
z. B. sich setzen) wird immer mit haben gebildet. -
Modalverben werden meist nicht im Perfekt sondern im Präteritum verwendet:
- übliche Form: ich konnte gehen
- möglich, aber selten: ich habe gehen können (Verb im Infinitiv am Satzende)
Was hast du am Wochenende gemacht?
ÜBUNG: Ordne zu, was die Personen über ihr Wochenende erzählen und setze die Verben in die Vergangenheit!
SPIEL: Erzählt im Plenum, was ihr am Wochenende gemacht habt. Zwei Aussagen sollen wahr, eine gelogen (falsch) sein.
SATZBAUSTEINE: Ich bin/habe am Wochenende …
Die anderen hören zu und raten, welche Aussage falsch ist. Nach der Auflösung ist die nächste Person an der Reihe.
Über sich erzählen
GRAMMATIK: Ergänze die Formen mit haben und sein:
Vergangenheitsform Präteritum
Wenn man über die Vergangenheit schreibt (zum Beispiel in Geschichten, Berichten und Märchen), verwendet man das Präteritum (Mitvergangenheit).
Berühmt sind die Anfänge von Märchen: Es war einmal … / Einst lebte …
GRAMMATIK: Lies dir das folgende Märchen der Brüder Grimm durch! Markiere alle Präteritumformen und setze sie in die Gegenwart!
Dornröschen (frei nacherzählt und gekürzt)
In einem fernen Land lebten ein König und eine Königin. Sie wollten ein großes Fest veranstalten, um die Geburt ihrer Tochter zu feiern. Da sie aber nur 12 goldene Teller besaßen, konnten sie eine der Feen in ihrem Reich nicht einladen. Als sie nun alle beim Festmahl saßen und die Feen dem neugeborenen Mädchen Schönheit, Klugheit, Freundlichkeit und vieles mehr wünschten, stürmte die 13. Fee wütend in den Saal. Sie sprach einen schrecklichen Fluch aus: Die kleine Prinzessin sollte sich an ihrem 15. Geburtstag an einer Spindel stechen und sterben. Eine der Feen konnte den Spruch noch ändern. Das Mädchen sollte nicht sterben, sondern in einen hundertjährigen Schlaf fallen.
Obwohl das Königspaar alles versuchte, passierte das Unglück. Das junge Mädchen stach sich an einer Spindel und alle im Schloss fielen in einen tiefen Schlaf. Rund um das Schloss wuchs eine hohe Dornenhecke. Viele Prinzen versuchten, sie zu durchbrechen, doch alle starben bei dem Versuch.
Als die hundert Jahre vorbei waren, kam wieder ein Königssohn des Weges. Da tat sich die Dornenhecke auf und er konnte das Schloss betreten. In der Kammer des höchsten Turms lag Dornröschen und weil er sie so schön fand, küsste er sie. Da erwachten alle im Schloss und bald darauf wurde Hochzeit gefeiert. Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.
Bildung des Präteritums:
(Stammende auf -d, -t: -ete)
GRAMMATIK: Ordne die Präteritumsformen zu:
Der Froschkönig
Setze folgende Verben ins Präteritum (3. Person Einzahl)!
SPRECHEN: Erzählt euch nun mithilfe der Verben die Geschichte vom Froschkönig. Jede*r erzählt einen Satz, dann wird gewechselt!
WORTBAUSTEINE: der Brunnen – die goldene Kugel – die Prinzessin – der Frosch – das Versprechen – das Schloss – der König – der Esstisch – die Schlafkammer – die Verwandlung – die Kutsche – der Diener
SPRECHEN: Aktiviert den Märchengenerator und erfindet gemeinsam zu den Elementen ein Märchen! Wer an der Reihe ist, erzählt jeweils einen Satz. Achtet darauf, dass ihr immer das Präteritum verwendet!
Vergangenheitsform Plusquamperfekt
ACHTUNG: Dieser Abschnitt ist nur für Expertinnen und Experten, die die Präteritumform schon sehr gut beherrschen!
Das Plusquamperfekt (Vorvergangenheit) beschreibt eine Geschehen vor der Handlung im Präteritum - es liegt also noch weiter zurück, als das, was gerade in der Geschichte passiert:
GRAMMATIK: Klicke auf den Satzteil, der vorher passiert ist!
- Emma
bückte sich nach dem Stift, der aus ihrer Taschegefallen war . - Nachdem sie
gefrühstückt hatten ,machten sie sich auf den Weg. - Wir
wussten nicht, was das laute Geräuschverursacht hatte . - Du
warst besonders fröhlich, weil dich kurz vorher deine beste Freundinangerufen hatte . - Da er genau
recherchiert hatte ,kannte er sich in dem Bereich bestens aus. - Sie
räusperte sich, nachdem sie fragend in die Rundegeblickt hatte . - Weil ich an diesem Tag
gefehlt hatte ,wusste ich nichts von der Geschichte. - Nachdem sie
angekommen war ,schaute sie auf ihren Stadtplan. - Obwohl ich die Reise gut
geplant hatte ,ging alles Mögliche schief. - Er
blickte aus dem Fenster, da er ein Hupengehört hatte .
GRAMMATIK: Bilde das Plusquamperfekt!
Überlege immer: Was passierte zuerst?
SPRECHEN: Was war vor der Handlung auf den Bildern passiert? Formuliert eure Vermutungen im Plusquamperfekt:
Kompetenzcheck
Überprüfe mithilfe des Kompetenzchecks, wie gut du die Stammformen und die Vergangenheitsformen Perfekt und Präteritum beherrscht und was du noch üben solltest.