Regenwürmer: Helden unter der Erde

Regenwürmer sehen wir oft nur, wenn es geregnet hat. Dabei sind sie faszinierende und äußerst wichtige Lebewesen! Wie ist ihr Körper aufgebaut und wie funktioniert er? Wie finden sich Regenwürmer ohne Augen zurecht? Und welche wichtigen Aufgaben erfüllen sie im Boden? Finde es heraus!

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Was zeichnet Regenwürmer aus?

Man ist sich nicht sicher, woher die deutsche Bezeichnung Regenwurm kommt. Eine mögliche Erklärung liefert sein Verhalten: Bei starkem Regen verlässt er seine unterirdischen Wohnröhren und kommt an die Erdoberfläche. Deshalb begegnen uns Regenwürmer meist während oder nach dem Regen.

Überlegt, warum Regenwürmer dieses Verhalten zeigen könnten!

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Bei Regen kommen Regenwürmer an die Erdoberfläche.

Da wir Regenwürmer nur selten zu Gesicht bekommen und sie sich sehr ähnlich sehen, ist es überraschend, dass es in Österreich über 60 verschiedene Regenwurmarten gibt. Die beiden bekanntesten und häufigsten Arten sind der Tauwurm (Gemeiner Regenwurm) und der Kompostwurm (Mistwurm).

Der in Europa weit verbreitete Tauwurm kann bis zu 30 cm lang werden. Er lebt in feuchten Böden, die reich an organischem Material sind. Er gräbt bis zu 3 m tiefe Gänge im Boden.
Kompostwurm
Der Kompostwurm kommt unter verrottenden Pflanzen, beispielsweise in Komposthaufen, vor. Dadurch spielt er eine wichtige Rolle bei der Bildung von Humus.

Wenn man bei der Gartenarbeit einen Regenwurm findet, kann man sich freuen, denn er ist ein Zeichen dafür, dass der Boden fruchtbar und somit gut für das Pflanzenwachstum geeignet ist. Regenwürmer tragen maßgeblich zu einem gesunden Boden bei.

Erfahre hier, wie Regenwürmer den Boden positiv beeinflussen!

LEFT
FRONT
RIGHT

Da Regenwürmer einen wichtigen Beitrag zu einem gesunden Boden leisten, ist es entscheidend, ihren Lebensraum zu schützen, damit sie weiterhin darin leben können.
Diskutiert dazu:

  • Welche Faktoren könnten das Überleben der Regenwürmer im Boden gefährden?
  • Welche Maßnahmen können wir ergreifen, um den Lebensraum der Regenwürmer, beispielsweise im Garten, in Parks oder in der Landwirtschaft, zu bewahren und zu schützen?

Info für Lehrende
Organischer Dünger, z. B. Kompost, liefert den Regenwürmern Nahrung.

Regenwürmer sind auch eine wichtige Nahrungsquelle für Tiere. Besonders Vögel wie Amseln, Drosseln oder Stare fressen häufig Regenwürmer, die sie aus dem Boden ziehen. Auch Maulwürfe, Igel, Kröten, Frösche und manche Käferlarven ernähren sich von ihnen.

Diese Wacholderdrossel hat einen Regenwurm gefangen.

Nun bist du schon mit wichtigen Informationen zu den Regenwürmern vertraut. Was weißt du noch über sie? Prüfe dein Wissen, indem du folgende Aussagen beurteilst!

Körperbau

Betrachtet man den äußeren Körperbau des Regenwurms, erkennt man, dass er in einzelne Segmente gegliedert ist. Die Anzahl hängt von der Regenwurmart ab; ausgewachsene Tauwürmer können bis zu 150 Körpersegmente besitzen. Jedes Körpersegment trägt vier Paar Borsten, die für die Fortbewegung wichtig sind.

Der Körper der Regenwürmer ist in Segmente gegliedert.
Bei dieser Aufnahme sind die Segmente und die Borsten gut erkennbar.

Betrachte obige Abbildung. Woran erkennt man das Vorderende eines Regenwurms?

Das Vorderende des Regenwurms ist spitzer und dunkler gefärbt als das Hinterende. Geschlechtsreife Regenwürmer tragen im vorderen Körperdrittel einen Gürtel (Clitellum). Wenn sich ein Regenwurm bewegt, beginnt die Bewegung mit dem Vorderkörper, mit dem er seine Umgebung erkundet.

Hier ist das Vorderende eines Tauwurms zu sehen. Die Mundöffnung ist mit dem Kopflappen bedeckt.

Nun betrachten wir die Anatomie der Regenwürmer noch genauer!

    Abb. 9

    Orientierung & Bewegung

    Bestimmt hast du schon einmal einen Regenwurm kriechen sehen. Aber wie bewegt er sich eigentlich? Wie kann er sich in die Erde bohren und darin wühlen – und wie findet er wieder nach oben?

    So orientieren sich Regenwürmer

    Um eine für sie optimale Umgebung – feucht und dunkel – zu finden, reagieren Regenwürmer über spezielle Sinneszellen auf Licht. Sie können außerdem Feuchtigkeit, Temperatur und die Beschaffenheit des Bodens über ihre Haut wahrnehmen. Über ihren Tastsinn und die Wahrnehmung der Schwerkraft, die ihnen zeigt, wo oben und unten ist, orientieren sie sich in den engen Gängen unter der Erde. Regenwürmer können chemische Signale wahrnehmen, die sie unter anderem bei der Nahrungssuche nutzen.

    Mit Hilfe seiner Sinne kann sich ein Regenwurm in den unterirdischen Wohnröhren orientieren und beispielsweise …
    … den Ausgang finden.

    So bewegen sich Regenwürmer

    Beobachte hier, wie sich Regenwürmer fortbewegen und in die Erde eindringen können!

    Regenwürmer haben eine Längsmuskulatur und eine Ringmuskulatur. Schaue dir die Abbildung zur Anatomie des Regenwurms noch einmal gut an! Überlege, welche Aussagen zur Bewegung des Regenwurms zutreffen!

    Der Regenwurm bewegt sich wellenförmig fort. Dabei wechseln sich Körperabschnitte ab, die sich strecken und zusammenziehen. Durch das Zusammenspiel von Ring- und Längsmuskeln wird der Körper abwechselnd länger und kürzer. Wenn sich die Ringmuskeln zusammenziehen, wird der Regenwurm länger und dünner. Zieht sich die Längsmuskulatur zusammen, wird er kürzer und dicker. Mit seinen Borsten verankert sich der Regenwurm im Boden, sodass er sich nach vorn schieben kann, ohne zurückzurutschen.

    Fortpflanzung

    Wie du bereits weißt, sind Regenwürmer Zwitter. Aber wie funktioniert ihre Fortpflanzung genau? Wir betrachten diese am Beispiel des Tauwurms. Lies dir die nachfolgenden Informationen genau durch!

    Tauwürmer werden nach etwa einem Jahr, abhängig von den Umweltbedingungen, geschlechtsreif. Dann bilden sie den für Regenwürmer typischen Gürtel (Clitellum) im vorderen Körperdrittel vollständig aus.

    Bei der Paarung legen sich zwei Regenwürmer in entgegengesetzter Richtung aneinander und tauschen ihre Spermien aus. Die aufgenommenen Spermien werden in den Spermientaschen gespeichert. Danach trennen sich die Tiere wieder.

    Regenwürmer bei der Paarung

    Sobald die Eizellen reif sind, sondert der Gürtel ein Sekret ab, in das der Regenwurm die Eier legt. Anschließend wird der Sekretring abgestreift, indem sich der Regenwurm rückwärts herauszieht. Dabei passiert der Ring die Öffnung der Spermientaschen, wodurch die aufgenommenen Spermien in den Sekretring gelangen und die Eizellen befruchten.

    Tauwürmer positionieren den Schleimring mit den Eiern bevorzugt in feuchter, nährstoffreicher Erde, einige Zentimeter unter der Erdoberfläche. Der abgestreifte Schleimring härtet an der Luft aus und wird zu einem Kokon. Die Embryonen ernähren sich von dem im Kokon enthaltenen Eiweiß. Die Entwicklungsdauer hängt von der Temperatur, der Feuchtigkeit, der Struktur und dem Zustand des Bodens ab. Nach einigen Monaten schlüpfen die zirka einen Zentimeter langen Jungwürmer.

    Kokons von Tauwürmern

    So, nun bist du dran! Beantworte folgende Fragen zur Fortpflanzung der Regenwürmer!

    27. Regenwürmer: Helden unter der Erde
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