Faszinierende Spinnentiere
Spinnentiere sind eine Klasse der Gliederfüßer, zu der Webspinnen, Weberknechte, Skorpione, Pseudoskorpione und Milben gehören. Sie kommen in fast allen Lebensräumen vor: in Wäldern, Wiesen, Wüsten, Gebirgen, Gewässern – und auch in Städten. Was macht Spinnentiere so besonders? Finde es auf dieser Seite heraus!
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Spinnentiere kennenlernen
Es gibt Menschen, die sich vor Spinnen und anderen Spinnentieren ekeln, manche haben sogar große Angst vor ihnen. Aber warum ist das so? Woher kommt diese Angst? Und sind Spinnen wirklich nur gruselig – oder vielleicht sogar sehr nützlich?
Diskutiert darüber!
- Wer fürchtet sich vor Spinnen? Wer findet sie faszinierend?
- Welchen Nutzen haben Spinnen und andere Spinnentiere?
Mythos oder Wahrheit?
Nicht alles, was man sich über Spinnentiere erzählt, ist wahr. Entscheide, ob es sich bei diesen Aussagen um eine Tatsache oder um einen Mythos handelt!
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Systematik der Spinnentiere
Die Klasse der Spinnentiere umfasst weltweit über
Systematik der Tiere
Hier lernst du die systematische Einordnung der Gartenkreuzspinne kennen!Merkmale der Spinnentiere
Spinnentiere kommen weltweit vor und besiedeln fast alle Lebensräume an Land. Die meisten bevorzugen eine trockene bis mäßig feuchte Umgebung. Nur wenige Arten sind an sehr feuchte Lebensräume angepasst. Einige Milbenarten und die Wasserspinne leben sogar im Wasser.
Die meisten Spinnentiere sind Jäger. Sie lähmen oder töten ihre Beute mit Gift, zum Beispiel durch einen Biss oder Stich. Für Menschen ist das Gift der meisten Arten jedoch ungefährlich.
Nicht alle Spinnentiere mit starkem Gift sind automatisch gefährlich für den Menschen. Sammelt gemeinsam Kriterien, um die Gefährlichkeit von Spinnentieren einordnen zu können!
Info für Lehrende
Spinnentiere haben gemeinsame Merkmale, an denen man sie gut erkennen kann. So lassen sie sich auch von Insekten unterscheiden, die ihnen manchmal ähnlich sehen. Was zeichnet Spinnentiere aus?
Daran erkennst du Spinnentiere!
- Alle Spinnentiere haben 8 Beine.
- Die meisten (z. B. Spinnen) besitzen 2 Körperabschnitte: Vorderleib und Hinterleib.
- Sie haben Punktaugen.
- Ihre Mundwerkzeuge sind Kieferklauen, mit denen sie die Beute fangen, töten oder zerkleinern.
- Am Vorderleib tragen sie Kiefertaster, die je nach Tiergruppe unterschiedliche Aufgaben haben.
- Bei Spinnen dienen sie der Orientierung und der Nahrungsaufnahmen. Bei den Männchen spielen sie auch eine Rolle bei der Fortpflanzung.
- Bei Skorpionen sind sie zu kräftigen Greifscheren ausgebildet.
- Im Gegensatz zu Insekten haben sie keine Fühler, keine Flügel und keine Komplexaugen.
Überprüfe dein Wissen! Was ist hier abgebildet, ein Spinnentier oder ein Insekt?
Webspinnen
Webspinnen sind die vermutlich bekanntesten Vertreter der Spinnentiere. Sie leben räuberisch und ernähren sich vor allem von Insekten und anderen kleinen Gliederfüßern. Webspinnen besitzen Kieferklauen mit Giftdrüsen, mit denen sie ihre Beute lähmen oder töten. Mithilfe ihrer Spinnwarzen stellen sie feine Spinnfäden her.
Netzbauende Spinnen (
Welche heimischen Webspinnen kennst du? Überprüfe dein Wissen!
Anatomie der Webspinnen
Wie alle Gliederfüßer haben Webspinnen gegliederte Beine und ein Außenskelett aus Chitin. Sie haben auch ganz besondere Merkmale, die die Ordnung der Webspinnen auszeichnen. Lerne hier ihre Anatomie genauer kennen!
Spinnennetze
Netzbauende Webspinnen haben eine effektive Jagdmethode mit selbstgebauten Netzen entwickelt. Sie spinnen ein klebriges Netz an Stellen, an denen Insekten häufig fliegen oder laufen. Kommt die Beute mit dem Netz in Kontakt, bleibt sie an den Fäden kleben. Die Spinne spürt die Vibrationen über ihre Beine und erkennt so den Fang. Mit einem Giftbiss lähmt sie die Beute und umwickelt sie mit Spinnenseide. Sie verflüssigt sie durch Verdauungssekrete (Außenverdauung). Anschließend saugt sie die Nahrung auf.
Hast du dich eigentlich schon einmal gefragt, warum Spinnen nicht an ihrem eigenen Netz kleben bleiben? Entscheide, welche Gründe das haben könnte!
Webspinnen haben an ihren Beinen winzige Härchen, die das Festkleben verhindern. Manche Arten scheiden zusätzlich eine fettige oder ölige Substanz aus, die hilft, nicht haften zu bleiben. Außerdem bestehen Spinnennetze nicht nur aus klebrigen Fäden: Tragfäden und Rahmenfäden sind in der Regel nicht klebrig. Spinnen bewegen sich meist gezielt nur auf diesen nicht-klebrigen Bereichen des Netzes.
Abhängig von ihrer Lebensweise bauen Spinnen unterschiedliche Netztypen zum Beutefang. Lerne hier die gängigsten Arten von Netzen kennen!
Fortpflanzung und Entwicklung
Viele heimische Spinnen paaren sich im Sommer. Die meist deutlich kleineren Männchen übertragen mit ihren Kiefertastern Spermien in die Geschlechtsöffnung des Weibchens. Bei manchen Spinnenarten wird das Männchen vom Weibchen nach der Paarung gefressen, wodurch das Weibchen vermutlich zusätzliche Nährstoffe für die Eibildung erhält.
Die befruchteten Eier entwickeln sich im Hinterleib des Weibchens. Bei den meisten heimischen Arten werden die Eier im Herbst abgelegt. Das Weibchen spinnt sie in einen Kokon ein und befestigt diesen an einer geschützten Stelle. Die Eier überwintern im Kokon, der sie vor Kälte und Fressfeinden schützt, während das Weibchen bei vielen Arten stirbt.
Im Frühjahr schlüpfen die Jungspinnen, die dem erwachsenen Tier schon sehr ähnlich sehen. Sie wachsen, indem sie sich mehrfach häuten.
Weberknechte
Weberknechte leben häufig in Wäldern und auf Wiesen, aber ebenso in Gärten, Höhlen und unter Steinen. Meist sind sie dämmerungs- und nachtaktiv. Sie sind ungefährlich für Menschen und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem, indem sie Aas und kleine wirbellose Tiere wie Blattläuse oder Milben fressen.
Die meisten Arten besitzen auffallend lange Beine. Bei Gefahr werfen sie ein Bein ab, das noch weiterzuckt und so den Feind ablenkt. Bei ausgewachsenen Tieren wachsen abgeworfene Beine nicht mehr nach.
In Österreich sind beispielsweise der Hornweberknecht, der Braunrückenkanker und der Streckfuß anzutreffen.
Häufig werden Weberknechte mit Webspinnen verwechselt, dabei gibt es einige entscheidende Unterschiede. Sieh dir noch einmal die Bilder auf dieser Seite durch und beurteile dann folgende Aussagen, um Weberknechte von Spinnen zu unterscheiden!
| Webspinnen | Weberknechte | |
|---|---|---|
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| Spinndrüsen und Spinnwarzen | keine Spinndrüsen und Spinnwarzen, bauen keine Netze | |
| Mit dem Gift aus ihren Giftdrüsen lähmen oder töten sie die Beute, in manchen Fällen dient es auch der Verteidigung. | Sie besitzen keine Gift-, aber Stinkdrüsen, mit denen sie Feinde durch ein übelriechendes Sekret abwehren können. | |
| meistens 8 Augen | meist 2 Augen auf einem kleinen Augenhügel | |
| Spermienübertragung mit Kiefertastern | Männchen haben einen Penis | |
| Außenverdauung: Beute wird durch Verdauungssäfte außerhalb des Körpers verflüssigt | innere Verdauung: Nahrung wird im Körper zerkleinert und verdaut | |
| BRaVo! | ||
Skorpione und Pseudoskorpione
Skorpione und Pseudoskorpione sind beide Gliedertiere und sehen einander auf den ersten Blick sehr ähnlich, doch sie unterscheiden sich unter anderem in Größe, Lebensweise und dem Vorhandensein eines Giftstachels.
Skorpione
Skorpione leben vor allem in den Tropen und Subtropen sowie in Wüsten und Halbwüsten. Manche Arten halten sich als Kulturfolger in der Nähe menschlicher Siedlungen auf. Skorpione haben einen kräftigen Körperbau und einen nach oben gekrümmten Hinterleib, der mit einem Giftstachel am Ende versehen ist. Die Kiefertaster sind zu kräftigen Fangarmen mit Scheren umgebildet. Skorpione sind nachtaktive Jäger.
In Österreich sind drei Skorpionarten nachgewiesen, die als stark gefährdet eingestuft werden. Die Stiche der heimischen Arten verursachen beim Menschen lediglich eine lokale Reizung und sind ungefährlich.
Pseudoskorpione
Diese Gliedertiere verdanken ihren Namen der Tatsache, dass sie Skorpionen ähneln, aber keine echten Skorpione sind. Pseudoskorpione sind für den Menschen völlig ungefährlich – im Gegenteil: Sie sind sogar nützlich, da sie Bücherläuse, Milben und andere Kleintiere fressen, die gelegentlich als Schädlinge auftreten. Viele Arten leben in Laubstreu, Moos oder unter Totholz.
Skorpion oder Pseudoskorpion? Ordne die Merkmale richtig zu!
| Skorpione | Pseudoskorpione | |
|---|---|---|
|
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| deutlich größer: bis zu 23 cm | sehr klein: bis zu 12 mm | |
| Gift im Giftstachel am Ende des Hinterleibs | viele Arten haben Gift in den Scheren | |
| kräftiger Hinterleib und „Schwanz” | kompakter Körper, kein „Schwanz” | |
| manche Arten sind für den Menschen gefährlich | ungefährlich für den Menschen | |
| keine Spinndrüsen | manche Arten haben Spinndüsen in den Scheren | |
| kommen vor allem in warmen Regionen vor | weltweit verbreitet, auch in kühlen Regionen | |
| BRaVo! | ||
Zecken und andere Milben
Milben sind sehr klein und meist mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Sie haben ganz unterschiedliche Lebensweisen und Ernährungsformen entwickelt: Manche leben räuberisch, andere ernähren sich von Pflanzen, Pilzen, Aas oder anderem abgestorbenem Material. Einige Arten sind Parasiten und saugen Blut oder Körperflüssigkeiten (
Zecken
Die größten Milben sind Zecken, wobei der Gemeine Holzbock die in Österreich am häufigsten vorkommende Art ist.
Zecken sind blutsaugende Parasiten, die sich von menschlichem und tierischem Blut ernähren. Sie leben bevorzugt in Sträuchern und hohem Gras. Zecken besitzen, abhängig von der Art, keine oder nur sehr kleine Augen. Sie werden durch Schweißgeruch und Körperwärme ihrer Wirte angezogen. Hat eine Zecke einen Wirt gefunden, bohrt sie ihren Stechrüssel in die Haut. Mit den Widerhaken am Rüssel verankert sie sich fest in der Wunde. Außerdem injiziert die Zecke ein gerinnungshemmendes Mittel, damit das Blut nicht stockt, sowie ein Betäubungsmittel, sodass der Stich meist schmerzlos bleibt.
Durch den Zeckenstich können zwei ernsthafte Krankheiten übertragen werden:
- FSME ist eine Entzündung der Hirnhäute und wird durch Viren ausgelöst. Sie kann Symptome wie Kopfschmerzen, steifen Nacken, Krämpfe, Lähmungen und Atemstörungen verursachen. Im schlimmsten Fall kann FSME tödlich verlaufen. Gegen FSME gibt es eine Schutzimpfung.
- Borreliose wird durch Bakterien verursacht und führt zu Fieber sowie Nerven- und Gelenkschmerzen. Ein typisches Anzeichen ist ein roter Ring, der sich um die Bissstelle bildet. Borreliose kann mit Antibiotika behandelt werden.
Um schwere Folgen wie FSME oder Borreliose zu vermeiden, ist es wichtig zu wissen, wie man sich vor Zecken schützt. Besprecht gemeinsam!
- Wie kann man sich vor einem Zeckenstich schützen?
- Wie soll man sich bei und nach einem Befall einer Zecke verhalten?