Verhalten und Lebensstrategien
Tiere, die im Wasser leben, haben vielfältige Verhaltensweisen und Lebensstrategien beim Jagen, Fliehen oder Tarnen entwickelt. Auf dieser Seite wird aufgezeigt, wie sie ihren Alltag meistern und auf die Umwelt reagieren, um in Seen, Flüssen und Meeren zu überleben.
Info für Lehrende
Mehr zu SchuBu+
Schwarmbildung als Überlebensstrategie
Viele Fischarten leben und schwimmen in großen Schwärmen. Dabei bewegen sich die Tiere dicht nebeneinander und stimmen ihre Bewegungen nahezu perfekt aufeinander ab. Diese Lebensweise bietet mehrere Vorteile.
Zum einen schützt der Schwarm vor Fressfeinden, da es Räuber schwerer haben, ein einzelnes Tier aus der großen Gruppe zu fangen. Zum anderen entstehen durch die Bewegungen der Fische Wasserströmungen, die von den anderen Schwarmmitgliedern genutzt werden können.
Ein Fisch, der hinter oder seitlich neben einem anderen Fisch schwimmt, profitiert von diesen Strömungen und muss weniger Kraft für seine Fortbewegung aufwenden. Ähnlich wie Radfahrer im Windschatten sparen die Tiere dadurch Energie. Dies ist besonders bei längeren Wanderungen von Vorteil. Außerdem erleichtert das Schwimmen im Schwarm die Orientierung, da sich die Fische an den Bewegungen ihrer Nachbarn orientieren können.
Auch außerhalb von Schwärmen nutzen viele Wasserlebewesen die natürlichen Wasserströmungen, um Energie zu sparen. Statt dauerhaft aktiv zu schwimmen, lassen sie sich zeitweise treiben und verringern so ihren Energieverbrauch.
Sieh dir auf unserer Startseite an wie sich ein Schwarm bewegt!
Schwarmverhalten gibt es aber nicht nur bei Fischen. Auch Krill, einige Tintenfische und andere Meerestiere wie Quallen und Schildkröten bewegen sich zeitweise in großen Gruppen.
Jagdstrategien zur Nahrungssuche
Alle Tiere im Wasser müssen Nahrung finden, um zu überleben. Wassertiere nutzen unterschiedliche Jagd- und Ernährungsstrategien, die an ihren Lebensraum und ihre Beute angepasst sind. Dazu gehören zum Beispiel Lauern, Verfolgen, Jagen, Filtrieren oder die Nahrungssuche am Gewässerboden. Diese Strategien helfen ihnen, ausreichend Nahrung zu finden und dabei möglichst wenig Energie zu verbrauchen.
Lauerjagd
Viele Tiere im Wasser sind Lauerjäger. Sie warten gut versteckt auf vorbeikommende Beute und greifen im richtigen Moment blitzschnell an. Dazu gehören zum Beispiel Hechte, manche Tintenfische und einige Krebsarten. Durch das geduldige Warten sparen sie Energie, da sie ihre Beute nicht verfolgen müssen. Viele Lauerjäger sind gut getarnt. Dadurch bleiben sie für ihre Beute lange unentdeckt und können im richtigen Moment zuschlagen.
Verfolgungsjagd
Andere Tiere sind aktive Jäger. Sie suchen ihre Beute gezielt und verfolgen sie oft über längere Strecken. Dazu zählen zum Beispiel Thunfische, Barsche, Haie und Delfine. Dabei helfen ihnen ihre gut entwickelten Sinnesorgane sowie ihre Schnelligkeit und Ausdauer. Viele Hetzjäger sind zudem schnelle und ausdauernde Schwimmer. Die Verfolgungsjagd erfordert mehr Energie als die Lauerjagd, ermöglicht es den Tieren aber, gezielt nach Nahrung zu suchen.
Gemeinschaftsjagd
Bei der Gemeinschaftsjagd arbeiten mehrere Tiere zusammen, um Beute erfolgreicher zu fangen. Die einzelnen Tiere übernehmen dabei oft unterschiedliche Aufgaben. Sie treiben Fischschwärme zusammen, versperren Fluchtwege oder umkreisen ihre Beute. Durch die Zusammenarbeit können sie auch größere oder besonders flinke Beutetiere erbeuten.
Filtrieren
Zahlreiche Arten ernähren sich von winzigen Organismen, die im Wasser schweben. Muscheln, Schwämme und manche Walarten sind Filtrierer. Sie nehmen Wasser auf und filtern daraus Plankton oder andere Kleinstlebewesen heraus. Diese Strategie ermöglicht es ihnen, große Mengen Nahrung mit geringem Energieaufwand zu gewinnen.
Bartenwale nutzen dazu Barten im Maul, während Muscheln und Schwämme das Wasser durch den Körper strömen lassen und die Nahrung herausfiltern.
Nahrungssuche am Gewässerboden
Viele Tiere suchen ihre Nahrung am Gewässerboden. Krebse, Seesterne und zahlreiche Fischarten durchstöbern Sand, Schlamm oder Felsspalten nach Würmern, Muscheln, kleinen Tieren oder abgestorbenen Pflanzenresten. Dabei nutzen sie oft ihren Geruchs-, Tast- oder Geschmackssinn. Diese Art der Nahrungssuche ist besonders in Bereichen verbreitet, in denen sich viel organisches Material am Boden ansammelt.
Bei der Nahrungssuche spielt also der Energieverbrauch eine wichtige Rolle. Die meisten Wasserlebewesen schwimmen deshalb nicht dauerhaft mit höchster Geschwindigkeit. Sie bewegen sich meist mit einem Tempo, das möglichst wenig Energie kostet. Schnelle „Sprints“ werden vor allem beim Beutefang oder bei der Flucht eingesetzt.
Tarnung und Energiesparen als Schutzstrategien
Lebewesen in Gewässern sind verschiedenen Gefahren ausgesetzt. Sie müssen sich vor Feinden schützen und schwierige Umweltbedingungen überstehen. Dafür haben sie unterschiedliche Schutzstrategien entwickelt. Zwei wichtige Strategien sind die Tarnung und das Energiesparen.
Tarnung – sich vor Feinden verstecken
Bei der Tarnung passt sich ein Tier in Farbe, Muster oder Verhalten an seine Umgebung an. Dadurch wird es für Feinde schwerer, entdeckt zu werden.
Auch Jungtiere sind oft getarnt. Die Küken vieler Wasservögel besitzen ein braun gesprenkeltes Gefieder. Dadurch fallen sie im Schilf und zwischen Uferpflanzen weniger auf.
Einige Tiere nutzen ihre Körperhaltung zur Tarnung. Frösche bleiben zum Beispiel bei Gefahr regungslos sitzen, dadurch werden sie von Fressfeinden deutlich schwerer wahrgenommen.
Energiesparen – Kräfte für schwierige Zeiten sammeln
Tiere benötigen Energie für Bewegung, Wachstum und die Aufrechterhaltung ihrer Körperfunktionen. Besonders wechselwarme Wassertiere wie Fische, Amphibien und Reptilien können bei niedrigen Temperaturen ihren Energieverbrauch verringern. Da ihre Körpertemperatur von der Umgebungstemperatur abhängt, werden ihr Stoffwechsel und ihre Aktivität im Winter deutlich langsamer. Die Körperfunktionen wie Herzschlag und Atmung werden deutlich reduziert. Je weniger Energie ein Tier in schwierigen Zeiten verbraucht, desto größer sind die Chancen, den Winter oder andere ungünstige Umweltbedingungen zu überstehen.
Verstecke diese sechs Tiere im Bild und lass dann jemanden nach deinen Tieren suchen! Wer am wenigstens Versuche braucht, die Tiere zu finden gewinnt.