Einfluss des Menschen auf Gewässer

Anthropogene Einflüsse in Gewässern beschreiben, wie menschliche Aktivitäten die Wasserqualität und die Biodiversität verändern. Zu diesen Aktivitäten gehören zum Beispiel Landwirtschaft, Industrie und Verschmutzung der Wasserqualität. Diese Eingriffe können Lebensräume zerstören und die Artenvielfalt in den verschiedenen Gewässerarten gefährden.

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Was sind anthropogene Einflüsse?

Der Mensch ist ein Teil des Ökosystems. Sein Handeln hat starke Auswirkungen auf dieses System.

Anthropogene Einflüsse sind Veränderungen in der Umwelt, die durch den Menschen verursacht werden. Etwa 75 % der weltweiten Wasserverschmutzung stehen direkt oder indirekt mit menschlichen Aktivitäten in Zusammenhang. Dazu gehören zum Beispiel Eingriffe wie Verschmutzung, Landwirtschaft oder der Bau von Wasserkraftwerken. Diese Einflüsse wirken sich auf Gewässer aus und verändern deren natürliche Bedingungen sowie das Leben im Wasser.

Das menschliche Handeln hat erhebliche Auswirkungen auf Natur und Umwelt.

Formen der Belastung von Gewässern

Wasserkraftwerke und Begradigungen

Das Kraftwerk Jochenstein befindet sich in Oberösterreich an der Donau.

Durch die Begradigung wird die Fließgeschwindigkeit des Gewässers erhöht, dabei gehen wichtige Lebensräume verloren. Schlingen, Kiesbänke und Uferzonen im Wasser, welche den Tieren als Verstecke und Lebensräume dienen, gehen dadurch ebenfalls verloren.

Wasserkraftwerke, die der Mensch baut, um Strom zu erzeugen, unterbrechen den natürlichen Verlauf des Flusses. Dadurch wird zum Beispiel die Wanderung von Fischen zu ihren Laichplätzen, wo sie sich vermehren, verhindert.

Die Schlögener Schlinge in der Donau in Oberösterreich ist eine natürliche Flusskurve.
Der Nationalpark Donauauen bietet nicht nur vielen Lebewesen einen Lebensraum, er ist auch für Menschen ein Erholungsgebiet.
Flüsse und Bäche werden begradigt, um zum Beispiel Wasserkraftwerke für die Stromerzeugung zu errichten. Die Fließgeschwindigkeit des Wassers erhöht sich durch die Begradigung.
Durch die Begradigung von Bächen und Flüssen steigt die Hochwassergefahr.

Landwirtschaft

Wenn zum Beispiel in einen Fluss oder in einen See zu viele Nährstoffe gelangen, dann spricht man von Überdüngung oder Eutrophierung. Die Nährstoffe kommen aus der Landwirtschaft oder aus Abwassern. Auch Pestizide, die vorwiegend in der Landwirtschaft und im Gartenbau verwendet werden, gelangen in die Gewässer und führen im schlimmsten Fall dazu, dass das Gewässer kippt.

Durch intensive Landwirtschaft kann das Grundwasser mit Pestiziden und Düngemittel belastet werden
Eutrophierung kann zu einer Algenblüte führen (hier: ein Fluss nahe Chengdu, China).

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Eutrophierung Eutrophierung

Auch in Teichen kann es zu einem Überfluss an Nährstoffen kommen. Diese gelangen neben den Düngemitteln aus der Landwirtschaft zusätzlich über Gartenabfälle wie Laub oder Rasenschnitt ins Gewässer. Im Extremfall kommt es zur Verlandung des Teiches.

Die Schlammschicht im Teich wird immer dicker und es kommt zum Wachstum von Landpflanzen.

Plastik, Öl und Überfischung

Zu den anthropogenen Einflüssen in Meeren und Ozeanen gehören Plastikverschmutzung, Überfischung und Ölunfälle. Auch die bereits oben genannten Einflüsse und die Industrie spielen eine Rolle in Meeren und Ozeanen. Durch die Abgase, die zum Beispiel aus der Industrie in die Luft gelangen, steigt der Treibhauseffekt. Die Wassertemperatur in Meeren und Ozeanen steigt und die Lebensräume werden vernichtet. Korallenriffe reagieren besonders empfindlich auf diese Einflüsse. Es kommt zur Korallenbleiche.

Meereslebewesen können sich im Plastik verfangen oder wenn sie es fressen, daran ersticken.
Ölteppiche verschmutzen sowohl die Küstenregionen als auch das Meer. Die Lebewesen werden vergiftet oder sterben.

Folgen der anthropogenen Einflüsse

Nicht alle Lebewesen reagieren gleich empfindlich auf die Umweltveränderungen. Empfindliche Arten, die sauerstoffreiches und klares Wasser benötigen, verschwinden als erste, wenn sich die Bedingungen verschlechtern. Da alle Lebewesen in den Gewässern miteinander verbunden sind, fehlt dadurch zum Beispiel ein wichtiges Glied in der Nahrungskette. Verschwindet also eine Art von Lebewesen, wird die Nahrungskette gestört und das Gleichgewicht gerät durcheinander.

Simuliere, wie es zu einer Überfischung kommen kann!

Durch die Überdüngung kommt es zu vermehrtem Algenwachstum. Die Bakterien, welche die abgestorbenen Algen zersetzen, verbrauchen dabei Sauerstoff. In der Folge kommt es in Gewässern zum Sauerstoffmangel. Fische und andere Wasserlebewesen ersticken.

Durch den manuellen Eingriff in die Gewässerstrukturen verschwinden Lebensräume wie Pflanzenzonen, Verstecke und Laichplätze für Fische.

Wenn also Arten aussterben, Nahrungsketten gestört werden und Lebensräume verschwinden, kommt es zum Rückgang der Biodiversität. Das Ökosystem wird instabil und anfälliger für Folgeschäden.

Wenn Arten verschwinden, gerät das Gleichgewicht der Natur in Gefahr.

Schutzmaßnahmen und nachhaltiger Umgang mit Wasser

Durch gezielte Schutzmaßnahmen können Gewässer aktiv geschützt werden und somit bleibt die Biodiversität erhalten bzw. wird wieder erhöht.

Wasserverteilung

Schutzmaßnahmen

Damit Gewässer sauber bleiben und eine hohe Biodiversität aufweisen, gibt es gezielte Schutzmaßnahmen.

Mithilfe von Kläranlagen, von denen es in Österreich etwa 1 870 gibt, wird Abwasser aus Haushalten, Industrie und Landwirtschaft gereinigt, bevor es in Seen oder Flüsse gelangt. Es werden Schmutzstoffe herausgefiltert und Nährstoffe reduziert. Die Wasserqualität wird dadurch verbessert.

Flüsse, die begradigt wurden, versucht man wieder naturnah zu gestalten. Diesen Vorgang nennt man Renaturierung. Man lässt Flüsse wieder Schleifen bilden und Uferbereiche werden hergestellt. Dadurch entstehen Naturlandschaften und Lebensräume.

Es gibt Schutzgebiete, in denen der Fischfang eingeschränkt oder verboten ist. Dort können sich Tiere und Pflanzen ungestört fortpflanzen und entwickeln. Die Artenvielfalt wird erhalten.

Gesetze und Vorschriften sorgen dafür, dass Gewässer langfristig geschützt werden. Es gibt Verbote für schädliche Stoffe im Wasser, damit Gewässer sauber bleiben. Es gelten genaue Grenzwerte für Abwasser, um die Schadstoffbelastung in Gewässern zu reduzieren. Und es gibt Regelungen für den Fischereibetrieb, um den Bestand an Fischen in einem natürlichen Gleichgewicht zu halten.

In einer umweltfreundlichen Landwirtschaft werden weniger Dünger und Pestizide eingesetzt. Es gibt Schutzstreifen entlang von Gewässern, wodurch verhindert wird, dass zu viele Nährstoffe ins Wasser gelangen.

Nachhaltiger Umgang mit Wasser

Jede einzelne Person kann zum Schutz von Gewässern beitragen. Wasser sparen, umweltfreundliche Produkte verwenden, Müll vermeiden, keine Schadstoffe in den Abfluss kippen und nachhaltige Produkte konsumieren sind einige Beispiele dafür.

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