Lautstärke und Schallschutz
Lautstärke ist mehr als nur laut oder leise. Geräusche können angenehm, störend oder sogar gesundheitsschädlich sein. Doch wie lässt sich Lautstärke messen? Was bedeuten Dezibel (dB) und ab wann wird Schall zu Lärm?
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Lautstärke messen
Schall entsteht durch mechanische Schwingungen, die sich in Luft, Wasser oder festen Stoffen ausbreiten. Wenn diese Schwingungen unser Ohr erreichen, nehmen wir sie als Töne oder Geräusche wahr.
Um Schall zu beschreiben, gibt es, so wie beim Licht, verschiedene Messgrößen. Manche beschreiben die Schallquelle (Sendergrößen), andere die Wirkung des Schalls an einem bestimmten Ort (Empfängergrößen).
Die kleinste physikalische Größe zur Beschreibung von Schall ist der Schalldruck. Er wird in Pascal (Pa) gemessen.
Der Schalldruck beschreibt, wie stark die Luft durch eine Schallwelle zusammengedrückt und wieder auseinandergezogen wird.
Schall erreicht das Ohr als Dichtewelle. Erzeuge hier eine Dichtewelle!
Der Schalldruck ist eine rein physikalische Größe und er sagt nichts darüber aus, wie laut wir etwas empfinden.
Da der menschliche Hörbereich extrem groß ist (vom Flüstern bis zum startenden Flugzeug), brauchen wir eine alltagstaugliche Messgröße – sie wird Schalldruckpegel genannt (Dezibel dB).
Der Schalldruckpegel ist ein logarithmisches Maß. Das bedeutet, die Skala für Dezibel ist nicht linear – wenn der Wert um 10 dB steigt, z. B. von 80 dB auf 90 dB, empfinden wir das Geräusch nicht nur ein bisschen lauter, sondern ungefähr 10-mal lauter.
Eine Schallquelle kann auch durch ihre Schallleistung beschrieben werden. Die Schallleistung wird in Watt (W) angegeben. Je größer die Schallleistung, desto mehr Schallenergie wird abgestrahlt.
Lärm schädigt
Vor Licht schützen uns unsere Augenlider. Beim Hören gibt es jedoch keinen vergleichbaren Schutzmechanismus: Auch im Schlaf nehmen unsere Ohren Geräusche wahr und leiten sie an das Gehirn weiter. Dauerhafter Lärm kann daher den Schlaf stören und die Gesundheit belasten.
Ärzte weisen unter anderem auf folgende Folgen von Lärmbelastung hin:
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Schlafstörungen
Dauerhafter Lärm verhindert erholsamen Schlaf und kann die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen. -
Hörprobleme
Laute Geräusche können die empfindlichen Sinneshaarzellen im Innenohr schädigen und zu Hörproblemen führen. -
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Lärm verursacht Stress im Körper und kann langfristig den Blutdruck erhöhen sowie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigern.
Daher ist Schallschutz besonders wichtig. Studien zeigen, dass eine dauerhafte Lärmbelastung das Risiko für verschiedene Krankheiten erhöhen kann. So steigt beispielsweise bei einer Erhöhung des Lärmpegels um 10 dB das Risiko für Herzerkrankungen messbar an.
Auch zu laute Musik kann das Ohr schädigen. Besonders bei den heute verbreiteten In-Ear-Kopfhörern ist Vorsicht geboten. Bei richtiger Verwendung sind sie nicht schädlich. Entscheidend sind jedoch Lautstärke, Nutzungsdauer und Hygiene: Nicht zu laut, nicht zu lange und regelmäßig reinigen.
Lautstärke auf höchstens 60 % der Maximalstärke einstellen und nach 60 Minuten Nutzung eine Pause einlegen.
Hier kannst du feststellen, welche Dinge besonders viel Lärm erzeugen.
Schallschutz hilft
In lauten Arbeitsumgebungen ist Schallschutz besonders wichtig. Deshalb gibt es gesetzliche Vorgaben, die Beschäftigte vor zu hoher Lärmbelastung schützen. Bereits bei der Entwicklung von Maschinen wird versucht, Geräusche durch schalldämmende Materialien zu reduzieren. Zusätzlich schützen sich Menschen, die mit lauten Geräten arbeiten, mit Gehörschutz wie Kapselgehörschutz oder In-Ohr-Schützern.
Da der Schalldruck mit zunehmender Entfernung abnimmt, sollte man – wenn möglich – ausreichend Abstand zu lauten Schallquellen halten. Besonders wirksam sind außerdem schallschluckende Materialien, die Schallwellen aufnehmen und dadurch die Schallausbreitung verringern.
- Baut aus verschiedenen Materialien eine „Schallschluckkiste“, in die ein Mobiltelefon passt! Verwendet zum Beispiel ein Papiersackerl, eine Kartonschachtel oder einen Handschuh!
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Spielt anschließend nacheinander Musik am Handy ab und vergleicht:
Bei welchem Material hört man die Musik am leisesten? - Überlegt gemeinsam: Warum können manche Materialien den Schall besser dämpfen als andere?