Die Möglichkeit, Strukturen zu vergrößern (z. B. durch Wassertropfen, aber auch mithilfe von Vergrößerungsgläsern), ist bereits seit dem Altertum bekannt.
Der antike Philosoph Seneca (1-65
Wassertropfen vergrößern Strukturen.
erscheinen lassen. Der muslimische Mathematiker und Astronom Alhazen (965-1040) erkannte, dass nach außen gewölbtes Glas Gegenstände vergrößert. Man stellte sogenannte Lesesteine her, die mit den heutigen Lupen vergleichbar sind. Davon angeregt, soll der
Der Mathematiker und Astronom Alhazen
englische Mönch und Philosoph Roger Bacon (1214-1292) die Herstellung der ersten Brille (oval geschliffene Linsen, eingefasst in ein Gestell) in Auftrag gegeben haben. Ende des 16. Jahrhunderts stellte der Niederländer Zacharias Janssen (1588-1631) fest, dass man
Lupen ermöglichen unterschiedliche Vergrößerungen: um das 6-fache bei Leselupen, um das 15-fache bei Detaillupen.
durch die Kombination mehrer Linsen einen höheren Vergrößerungswert erreichen kann. Die Vergrößerung ergibt sich aus der Multiplikation der einzelnen Werte. Um die vergrößerten Objekte erkennen zu können, braucht es auch eine entsprechende Beleuchtung.
Etwa zur gleichen Zeit (Anfang des 17. Jahrhunderts) stellte auch Galileo Galilei (1564-1642) ein von ihm entwickeltes Mikroskop vor. Als das Wissen über die Funktionsweise der Kombination von Linsen bekannt wurde, entwickelten Forscher verschiedene Lichtmikroskope mit
unterschiedlicher Bauweise und zunehmender Vergrößerungsleistung.
Robert Hooke (1635-1703, englischer Universalgelehrter) arbeitete mit einem Mikroskop, das eine 50-fache Vergrößerung
Mikroskop von Robert Hooke
ermöglichte. Dazu konnte er detaillierte Zeichnungen seiner Objekte anfertigen.
Facettenaugen einer Fliege (Robert Hooke, 1665)
Das Mikroskop, das der niederländische Naturforscher Antoni van Leeuwenhoek (1632-1723) verwendete, hatte bereits eine
270-fache Vergrößerung. Er lieferte mit seiner Forschung bedeutende Beiträge und Erkenntnisse. Beispielsweise entdeckte er mikroskopisch kleine Lebewesen (Mikroorganismen), die wir mit freiem Auge nicht sehen können. Er beschrieb die roten Blutkörperchen und den Blutkreislauf. Van Leeuwenhoek entdeckte Spermien, was zum Verständnis der Fortpflanzung beim Menschen und bei Tieren beitrug. Darüber hinaus beschrieb er mit Hilfe des Mikroskops unterschiedliche Strukturen, wie beispielsweise Holz, Muskulatur und die Form von Kristallen.
Die Entwicklung eines Flohs (Van Leeuwenhoek, 1695)
Schnitt durch ein einjähriges Eschenholz (Van Leeuwenhoek, um 1700)
Heutige Lichtmikroskope können eine bis zu
Eines der ersten Elektronenmikroskope (von Ernst Ruska, 1933; Nachbau von 1980)
Mit diesen kann man eine
Pollenkörner unterschiedlicher Pflanzen (Aufnahme mit einem Elektronenmikroskop)
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Info für LehrendeBestimmte Strukturen (z. B. Zellen) und Organismen (z. B. Mikroorganismen) konnten erst durch Mikroskope entdeckt und beschrieben werden. Mit deren Hilfe haben sich neue Forschungszweige entwickelt (Zellbiologie, Mikrobiologie). Bekannte Strukturen konnten genauer untersucht werden (z. B. Pollen, Facettenaugen der Insekten).
Besprecht, welche geschichtliche Bedeutung Mikroskope für die Forschung haben!